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Kastrationsaktionen

Wer hat nicht schon von Kastrationsaktionen gehört und gedacht – toll, das macht Sinn und da spende ich gerne.

Aber - wissen Sie auch genau, was da passiert und wofür Sie spenden?
Bei einer typischen Kastrationsaktion werden Straßenhunde irgendwie mit Schlingen, Kästen, Betäubungsgewehren oder Blasrohren eingefangen. Dass dies für die Hunde meist ein traumatisches Erlebnis ist, kann man sich sicher vorstellen. Dann schleppt man die Hunde üblicherweise in eine Art Wohnmobil (oder man bleibt auch unter freiem Himmel auf einem Tisch), sie bekommen eine Betäubungsspritze (in all den Stress hinein, den das Tier dann eh schon hat). Es wird kastriert und der Hund wird wieder ausgesetzt. Nachsorge und Beobachtung finden natürlich nicht statt, ebenso wenig wie eine Voruntersuchung.

Straßenhunde sind sehr oft in keinem guten Zustand und tragen auch Krankheiten in sich. Kastriert man einen kranken Hund auf diese Art und Weise, würde er das eventuell noch überleben, in den folgenden Tagen aber würde er irgendwo in einem Gebüsch oder Graben elend zugrunde gehen. Niemand würde das aber mitbekommen, denn Hunde ziehen sich zum Sterben zurück und irgendwann hätte man vielleicht mal das Skelett gefunden und keiner hätte gewusst, warum und wie dieser Hund gestorben ist.

Kastrationsaktionen ja, aber richtig durchgeführt
Kastrationsaktionen müssen nach den ganz normalen Regeln der ärztlichen Kunst und Sorgfalt durchgeführt werden. Mit anderen Worten: wenn jemand mit seinem Hund zu einem Tierarzt geht, erwartet er bei der Behandlung und Operation maximale Sorgfalt. Niemand wäre bereit, dabei für seinen Hund Kompromisse einzugehen. Der Tierarzt wiederum sollte wissen, was Sorgfalt bedeutet und entsprechend arbeiten. Dazu gehören folgende Punkte:

  • Blutuntersuchung vor der OP, soweit es sich um den Süden Europas handelt, müssen die Mittelmeerkrankheiten (MMK) getestet werden. In anderen Ländern Europas stehen zumindest die Organwerte zur Untersuchung sowie die diversen Zeckenfieber, die oft genug eine mehr oder minder schwere Anämie verursachen.
     
  • Herzuntersuchung ist ein weiterer wichtiger Faktor, da man üblicherweise nicht mit Narkosegeräten arbeitet, sondern einfach eine Betäubungsspritze gibt. Dass das nicht anders zu machen ist, ist einsehbar, bedingt aber eben doppelte Sorgfalt, besondersKastrationen ja, aber richtig durchgeführt. bei Hündinnen.
     
  • Dann wird kastriert, es werden Antibiotika gegeben, meist 10 Tage und nach 10 Tagen werden die Fäden gezogen. Danach macht man nochmal ein kleines Blutbild zur Endkontrolle und der Hund kann wieder auf die Straße zurück.
     
  • Mit selbstauflösenden Fäden zu operieren ist eigentlich logisch und folgerichtig, wenn man die Hunde sofort wieder aussetzt. Was man dabei aber ignoriert, ist die Tatsache, dass besonders Hündinnen zu 30% unter allergischen Abstoßungsreaktionen leiden. Der Bauchraum vereitert, die Haut fault und alles platzt auf, sodass die Gedärme nach außen fallen. Arbeitet man mit normalen Fäden – was aus Kostengründen häufig gemacht wird - müssen Hündinnen eine Halskrause tragen, damit sie sich nicht die Fäden selbst ziehen, wenn es zu jucken beginnt, denn die Folgen wären wie bei den selbstauflösenden Fäden. Der Bauch platzt auf, alles kommt raus, der Hund geht elend zugrunde. Somit sind 10 Tage Internierung und Beobachtung immer notwendig. Bei Rüden ist alles etwas einfacher, weil die Naht sehr klein ist und der Eingriff eher klein. Da besteht zwar auch ein Risiko, aber das ist geringer als bei Hündinnen.

Finanzmittel richtig einsetzen
Entgegen anderer Behauptungen ist das finanziell kein Problem. Ein mobiles Laborgerät z.B. IDEXX oder FUJI kostet um die 10.000 € incl. Zentrifuge. Es gibt auch günstigere Geräte. Diese Anschaffung sollte bei großen Organisationen mit Spendenaufkommen in Millionenhöhe wohl drin sein. Die Geräte sind kompakt und könnten sogar in einem dieser unseligen Wohnmobile betrieben werden. Das ist eine einmalige Anschaffung!

Die dann benötigten Teststreifen kosten für ein großes Blutbild knappe 5 € und wenn aufgrund des Blutbildes noch ein Verdacht auf MMK besteht, dann kosten die zusätzlichen Streifen nochmals um die 8 €. Man hat also einen Mehrkostenaufwand von schlimmstenfalls 15 €, wenn man noch die Röhrchen rechnet. Wenn dann Organisationen, die über Millionenbudgets verfügen, sagen, es sei zu teuer so gründlich zu arbeiten, dann ist das ein Witz. Dass sie so nicht arbeiten WOLLEN, konnte man ja live miterleben, als es um Kastrationsaktionen anlässlich der Fußball-EM ging. Es wurde medienwirksam live per iPhone gepostet, was man wie wo gerade macht und auf Nachfragen kamen ganz genau diese Argumente: zu teuer, zu aufwendig, einen gewissen „Schwund“ muss man in Kauf nehmen. Besonders bemerkenswert war, dass man die Hunde angeblich sogar nach der Kastration geimpft hat. Eine Organisation mit Arzt impft einen nicht vorher untersuchten Hund! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... Alleine schon so eine Impfung kann bereits das Todesurteil sein, wenn eine Vorerkrankung vorliegt, was man ja ohne Untersuchung logischerweise nicht wissen kann. Sofort nach einer OP einen Hund zu impfen, ist ebenfalls ein absolutes NoGo. Einer Impfung geht normalerweise eine Untersuchung voran und der Hund muss fit sein und nicht geschwächt durch einen Eingriff.

Hat man die Folgen solcher Aktionen und das daraus entstandene Elend einmal gesehen, dann wird einem schnell klar, dass es so nicht gehen kann. WOHL GEMERKT: Kastrationen sind wichtig um das Problem der Straßenhunde an der Wurzel zu packen, das ist klar!

Das berechtigt aber nicht dazu, Schlachtfeste zu veranstalten und Hunde am Fließband zu operieren, wobei dann wirklich alle Grundregeln ärztlicher Kunst aus den Augen gelassen werden. Leider sind es ja auch oft Medizinstudenten, die zwar schon soweit fertig sind, aber noch keinerlei Erfahrungen haben und solche Aktionen dann gleich als Praktikum nutzen, denn bei Straßenhunden kommt es ja nicht so drauf an ....

Ein Wort zu Zwangsabtreibungen
Wie man mit Hündinnen verfährt, die bereits hochschwanger sind, ist eine ethische Frage. Wir finden, dass jedes Lebewesen ein Recht auf Leben hat. Somit haben auch ungeborene Welpen dieses Recht. Die Mutter wiederum hat das Recht, ihre Babys zu bekommen und aufzuziehen. Unserer Ansicht nach ist es nicht vertretbar, eine werdende Mama zu kastrieren und ihr somit alle Babys einfach aus dem Bauch zu räumen und in den Müllsack zu werfen. Das ist für sie ein traumatisches Erlebnis!

Eine säugende Hündin zu kastrieren verbietet sich ebenfalls. Zum einen besteht die Gefahr, dass die Mutter nach der OP aufgrund des Schockerlebnisses ihre Babys nicht mehr annimmt und - noch schlimmer - sie wahrscheinlich sogar auffrisst. Dieses Verhalten entspringt einem ganz natürlichen Instinkt, den nicht nur Hunde haben. Säugende Mütter brauchen viel Ruhe, bestimmt aber keine OP. Zum anderen besteht auch das Risiko, dass die Milch nach der OP wegbleibt und/oder über die Milch die gegebenen Medikamente zu den Babys gelangen.

Und, dass man folgerichtig keine bereits geborenen Welpen einschläfert versteht sich in unseren Augen von selbst. Leider sehen das sehr viele sogenannte Tierschutzvereine wesentlich anders und verfahren auch anders.

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(c) Naturschutzprojekt “Leben” e.V.